Europatour: Finnair A350-900, Berlin - Madrid - London - Helsinki - Berlin
Nach langer Zeit folgt nun der für mich persönlich schon längst überfällige Bericht.
Letztendlich für mich selbst eine schöne Erinnerung an dieses Flugwochenende.
Erinnerung auch deshalb, da die Reise noch über airberlin-Meilen und deren damals bereits ausgelagertes Callcenter gebucht wurde. Alles Vergangenheit. Es war eines der besten Vielflieger-Programme überhaupt, um Meilen zu sammeln und natürlich auch wieder auf internationalen Flügen auszugeben.
Um eines vorweg zu nehmen.
Diese Flüge sind 1,5 Jahre nach der Reise noch genauso buchbar. Daher hat der Bericht noch eine gewisse Aktualität.
Jedoch sind mittlerweile die Erinnerungen doch schon etwas weniger detailliert.
Wie kam es zu dieser Reise…?
Im Oktober 2015 führte Finnair den neuen A350 auf einzelnen Europastrecken als Trainingsflüge der Besatzungen ein. Schon damals wuchs der Wunsch einen dieser ersten besonderen Flüge auf airberlin-Meilen zu buchen. Erste Umläufe wurden auf den Strecken Hamburg und Berlin-Tegel angemeldet. Jedoch nur ein bis zwei Mal an wenigen Tagen.
Ideal wäre die Route Berlin-Tegel – Helsinki – Berlin-Tegel gewesen.
Problem eins: Würden überhaupt Prämientickets auf diesen Erstflügen in der Business-Class möglich sein?
Problem zwei: Das geplante Flugpaar nach Tegel wäre auch der errechnete Geburtstermin meiner zweiten Tochter gewesen. Nunja….
Beides nicht ganz ideal.
Letztendlich kann ich es so beantworten:
Zu 2: Geburt war einige Tage früher UND meine Frau hat mir sogar grünes Licht für den Flug, wenn auch in einer kürzeren Form gegeben. Wahnsinn.
Zu 1: Der freundliche topbonus-Agent teilte mir mit, dass keine Flüge mehr in der Business-Class verfügbar wären. Selbst Economy nicht.
Er konnte mich aber damit trösten, dass es so gut wie keine Plätze über die airberlin-Meilen für diesen Flug gab. Generell hatte Finnair auf sämtlichen Flügen nur wenige Plätze für airberlin-Meilenbuchungen geöffnet.
Na gut… Reiseidee erst mal verschoben.
So dauerte es geschlagene 19 Monate von der ersten Idee bis zum Einbuchen des Finnair A350. Über das hier schon oft genannte Vielfliegerforum kündigten sich erste Gerüchte über die Route Helsinki - London-Heathrow an.
Im März 2017 wurden die Gerüchte zum Flugplan konkreter und schon begannen die Überlegungen, wie sich die Strecke London - Helsinki sinnvoll in einen Trip einbinden lassen könnte.
Parallel köchelte immer noch der Unmut in mir, dass auf meiner Reise Madrid - London-Heathrow von einem A340-600 auf A330-200 getauscht wurde. Wenn auch der A330 nahezu im Neuzustand war, ist es kein Vierstrahler.
Bericht hier:
Also stand recht schnell die Idee, die beiden Reisen zu Verbinden.
Ein Anruf am 11.11.2016 beim airberlin-Callcenter brachte schnell die Erkenntnis, dass beide Reise auf Meilen in Business möglich sind.
Beim Einbuchen des ersten Tickets mit Iberia gab es laut dem Agent erstmal Probleme, da es auf dem ersten Leg Tegel - Madrid keine Business-Class geben würde.
Bei dem zweiten Flug war alles wie gewünscht verfügbar.
Er probierte etwas hin und her und plötzlich haben doch beide Flüge gebucht werden können. Auf meine Nachfrage, dass beide Strecken in Business sind, erhielt ich ein „ja natürlich Herr Bley“.
So stand am Sonntag 30.04.2017
TXL-MAD mit Iberia Express A320 07:30 -10:40
MAD-LHR mit Iberia A340 15:45 - 17:10
an.
Im selben Gespräch buchten wir für den Folgetag Montag 01.05.2017
LHR-HEL mit Finnair A350 10:20 - 15:15
HEL-TXL mit Finnair A319 17:05 - 18:15
ein.
Wenige Minuten nach dem freundlichen Telefonat trudelten auch schon die eMails mit den Buchungsbestätigungen ein.
Und was sollte ich entdecken…. Der aufmerksame Leser wird nun denken: “natürlich TXL-MAD“ in Eco“. Jawoll, so war es dann auch.
Jeder Versuch in den darauf folgenden Wochen bis zur Reise eine kulante Änderung bzw. ein Teil der Meilen (beiden Flüge wurden als Business berechnet) zurück zu erhalten wurde abgelehnt.
So blieb alles wie es gebucht wurde, was nun aber zum Glück bedeutete, dass ich in London am Abend des Sonntags noch ein kleines Familientreffen organisieren konnte.
Wie immer nun genug Vorgeschichte, also ab ins Auto.
Dank Boarding gegen 07:00 Uhr und dem vorher geplanten Lounge-Frühstücksbesuch gegen 06:00 stand eine Abfahrt in Braunschweig gegen 04:00 Uhr an.
Ganz schön früh, aber durch den geringen Verkehr am Sonntag eine ziemlich entspannte Fahrt. Ich entschied mich für einen Parkplatz innerhalb des Hexagon, das sollte sich am Folgetag deutlich in das Buch für die Reisenebenkosten einschreiben (69€ für zwei Tage Parken).
Durch den damaligen airberlin OneWorld-Gold-Status führte mich der nächste Weg direkt in die angenehme British Airways-Lounge und das Frühstücksangebot wurde wahrgenommen.
Flug 1 Berlin-Tegel – Madrid
Im Hintergrund steht bereits Iberia Express A320 EC-MEG für den ersten Flug des Tages.
Dieser A320 hat schon verschiedene Kleider getragen (beginnend in 2001 mit Sabena, Air Luxor, Air One, CSA und schließlich in 2015 zu Iberia Express).
Recht zeitig (in Tegel sind alle Lounge auf der Landseite) verabschiedete ich mich bei der Lounge-Empfangsdame und erhielt den Kommentar, dass ich „noch massig Zeit hätte“. Achso aber sicher ist sicher…
Am Gate angekommen staute sich deutlich eine Schlange bis weit in der Gang des Hexagon hinein. Prio-Boarding gab es nicht und so stellte ich mich brav an die Schlange. Und es bewegte sich nischt… (wie der Berliner zu sagen pflegt).
Die Uhr tickte weiter fleißig in Richtung Abflugzeit. So wie ich sehen konnte, lief das Einsteigen schon.
15min später wurde eine zweite Sicherheitskontrolle geöffnet, aber nur weil am Nebengate noch ein weiterer Flug anstand. Auch hier wieder das übliche: Münzen, Getränkeflaschen, Laptop nicht ausgepackt, Kulturbeutel muss überraschend in einen Plastikbeutel und und und, was weiß ich nicht alles…
Langsam kroch die Nervosität deutlich in meinen Gemütszustand… Die werden doch nicht ohne mich Fliegen. In der Schlange sprach man sich kurzerhand ab, wer alles nach Madrid möchte. Fast alle Reisenden vor sowie hinter mir in der Schlange.
10min vor geplanter Abflugzeit Rucksack auf das Band, ohne Piepen durchgekommen. Auch das war geschafft. Am Gate informierte ich noch kurz die Agents, dass ich nicht der letzte Passagier bin, der noch knapp auf knapp in der Sicherheitskontrolle steht. Als Antwort erhielt ich gequältes Lächeln und den Kommentar, dass in Kürze das Gate geschlossen werden würde.
Also schnell ab durch den Schlauch auf meinen Platz. Business war bis auf den letzten Platz besetzt. Damit hatte der airberlin-Callcenter Agent Recht, keinerlei Verfügbarkeit.
Erleichtert nahm ich auf dem ersten Platz hinter dem Vorgang neben meinen beiden Mitreisenden meinen Platz ein. Da es der längste Flug (über 3 Stunden Blockzeit) der Reise werden würde und mein Mittelplatznachbar kurz vor der Gurtverlängerung stand, entschied ich mich meinen Rucksack in das Gepäckfach zu packen um etwas mehr Platz zu haben. Somit war auch die Kamera nicht mehr griffbereit.
Per Handybild das durch den engen Sitzabstand unangenehm einklemmende Gefühl dokumentiert. Selten habe ich derart eng gesessen.
Dazu wirkte die gesamte Kabine irgendwie abgewohnt bzw ungepflegt. Die vielen Wechsel der Betreiber hinterlassen Spuren.
Ansonsten ein ereignisloser Economy-Flug auf Platz 6A mit Catering zum Bezahlen. Ich kaufte nichts, da einerseits mein Portmonee oben im Gepäckfach lag und ich eigentlich genug Frühstück und Getränke in der Lounge zu mir genommen hatte.
Hätte mal etwas zu Trinken gekauft…
Flug 2 Madrid – London-Heathrow
Ankunft im Terminal 4. Flüge in den Non-Schengen Bereich werden ab dem Terminal 4-Satelite (Langstreckenterminal) durchgeführt.
Nach dem Transfer mit der unterirdischen Personenbahn führt der Weg über mehrere Rolltreppen in die Abflugebene des Terminal 4S. Dabei wurde es etwas kribbelig, denn die Personen stauten sich bereits auf der fahrenden Rolltreppe. Immer dichter wurden die Wartenden von den Nachfolgenden zusammengedrängt. Die Ausreise war vollkommen überlastet. Die ersten Reisenden machten sich Ihrer Angst den Flug zu verpassen lautstark Luft. Ich selbst brauchte einige Minuten um zu begreifen, dass noch mehrere Schalter für Gäste mit EU-Ausweis geöffnet waren und konnte darüber recht schnell Ausreisen.
Mittlerweile machte sich deutlich der Durst und leider auch Kopfschmerzen bemerkbar. Seit 07 Uhr habe ich nichts mehr getrunken und nun war es bereits 12 Uhr… Fatal.
Endlich erreichte ich die Iberia-Lounge und konnte bald Durst und Hunger mit dem Frühstücks-/Brunchangebot stillen.
Durch das frühe Aufstehen drängte mein Körper auf ein Nickerchen.
Zum Glück steht dafür der, bereits aus anderen Berichten bekannte, Ruhebereich bereit.
Gute 90min verbrachte ich mit Ausruhen der Augen. In der Lounge war nun die Beleuchtung bemerkbar. Es hatte Regen eingesetzt.
Kopfschmerzen waren weiterhin deutlich präsent.
Die Lounge hält keinerlei Kopfschmerzmittel bereit, da man offiziell keine Medikamente ausgeben dürfe.
Nach dem Mittagessen und weiterer Wasserzunahme machte ich mich überpünktlich (50min) auf dem Weg zum Gate. Ich suchte eine Apotheke oder ähnliches, leider gibt es derartiges nicht. Ich fand einen Zeitschriften- und Reiseartikelladen. Von Damenhygiene bis zur Zahnpasta alles verfügbar. Nur keine Schmerzmittel…
Meine offizielle Frage ob der Laden auch was gegen „Headache“ führe wurde leider verneint. Nochmals fragte ich sehr freundlich aber direkt ob ich nicht etwas aus dem „privaten Bestand“ (Frauen haben so etwas…) erhalten könne.
Und was soll ich sagen, ich schaute einige Minuten unauffällig verschiedene Zeitschriften an und irgendwann kam die freundliche Verkäuferin zu mir und legte mit zwei Tabletten in der Verpackung auf die Ware. Absolut dankbar für diese verbotene Handlung wollte ich mich genauso unauffällig erkenntlich zeigen. Das wurde höflichst berührt abgelehnt. Hätte übrigens selber genauso ohne Gegenleistung geholfen.
Es waren Tabletten mit 1000er-Dosis. Durch Zerbrechen der Tablette nahm ich erstmal nur die Hälfte ein. Erleichtert trat ich den Weg zum Gate an.
Das Highlight des Tages war gerettet.
Endlich geht der Wunsch des A340-600 in Erfüllung.
A340-600 im Regen. Verpflegung und Fracht werden eingeladen.
Genau 45min vor geplanter Abflugzeit begann das Einsteigen und wenig später fand ich mich auf meinem Platz 5L ein.
Einige Eindrücke der Business-Kabine.
Für gute Unterhaltung war gesorgt.
Draußen weiterhin Regenwetter welches in den kommenden Minuten aber bessern würde.
Noch vor dem Taxi wurden die geräuschdämmenden Kopfhörer ausgeteilt.
Ich verzichtete vorerst und genoss das Warten bis alle Eco-Passagiere ihre Sitze eingenommen hatten.
Dieses Mal relativ langes Rollen zur Startbahn 15R.
Ab durch die Wolken, immer wieder schön
Und schon wurden die WiFi-Gutschein für die Business-Gäste ausgeteilt.
Zum Glück waren die Kopfschmerzen mittlerweile fast verschwunden.
Gerade noch Zeit für einen Spaziergang bis in das Heck und zurück und ungefähr über Bilbao, an der spanischen Nordküste, wurde das Essen und die passenden Getränke verteilt.
Das heutige Menü
Immer wieder schmackhaft das gebratene Rinderhacksteak
Steer eye fillet in a rosemary and Guernica pepper sauceserved on a bed of mashed potato with olive oil.
Autor: Karsten Bley, erstellt am 22.12.2018


