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Forschung

Am Forschungsflughafen Braunschweig arbeiten führende Einrichtungen der Luft- und Raumfahrtforschung auf engstem Raum zusammen – vom DLR mit mehreren Instituten über die TU Braunschweig bis zum Niedersächsischen Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL). Die Wurzeln dieser Forschung reichen bis in die 1930er-Jahre zurück und machen Braunschweig zu einem der traditionsreichsten Luftfahrtforschungsstandorte Deutschlands.

Die Anfänge: Von der DFL bis zum Luftfahrtlehrzentrum

Die Forschung am Platz begann schon mit dem Bau des neuen Flughafens in Waggum: Bereits am 03.04.1935 wurde am Standort des „Instituts für Luftfahrtmeßtechnik und Flugmeteorologie„ der Grundstein gelegt. Am 10.02.1936 folgte die Gründung der Deutschen Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) – der direkte Vorläufer des heutigen DLR und Grundstein des späteren Forschungsflughafens. Ebenfalls 1936 zogen die flugtechnischen Institute der Technischen Hochschule an den Platz, deren Gebäude 1937 ihr Richtfest feierten und am 28.04.1938 in Betrieb genommen wurden. Ihren Höhepunkt erreichte die frühe Forschungsgeschichte mit der feierlichen Einweihung des ersten Luftfahrtlehrzentrums Deutschlands am 26.11.1938 am heutigen Lilienthalplatz.

Neubeginn nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es bis in die 1950er-Jahre, bis die Luftfahrtforschung in Braunschweig wieder auflebte. Am 21.07.1953 wurde die Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) in Braunschweig neu gegründet und übernahm die Gebäude des ehemaligen Luftfahrtlehrzentrums. Aus dieser DFL ging später das heutige DLR hervor, das am Lilienthalplatz 7 heute seinen drittgrößten Standort betreibt – mit über 1.250 Beschäftigten und der nach Oberpfaffenhofen größten Forschungsflugzeugflotte Europas.

Institute, Rekorde und Weltpremieren

Die Braunschweiger Forschungsinstitute haben immer wieder Meilensteine der Luftfahrt gesetzt. Das Institut für Flugführung (IFF) der TU Braunschweig stellte am 28.02.1986 seine Dornier Do 128 „D-IBUF“ in Dienst, die über 30 Jahre im Dienste des Instituts stand. Ihren größten Erfolg feierte das IFF am 11.07.1989: Auf dem Flughafen Braunschweig-Waggum gelang die weltweit erste automatische Landung eines Flugzeugs mittels Satellitennavigation (GPS) – das System war am IFF entwickelt worden. 2014 folgte mit dem neuen Propulsor-Prüfstand des Instituts für Flugantriebe der nächste Schritt in der Triebwerksforschung.

Auch das DLR schrieb am Standort Geschichte: Am 15.04.2010 feierte das Forschungsflugzeug ATRA mit einer Flugzeugtaufe seinen Einzug, 2010 begann der Bau des zehn Millionen Euro teuren Simulatorzentrums, und 2020 traf mit dem ISTAR (Dassault Falcon 2000 LX) das neueste Forschungsflugzeug aus Bordeaux ein. Mit der Übergabe der LFU 205 an das Deutsche Museum (2018) und dem letzten Flug der VFW 614 ATTAS (2012) gingen zugleich Legenden des Braunschweiger Forschungsflugs in den Ruhestand.

Das Netzwerk von heute

Seit dem 05.11.2009 bündelt das Niedersächsische Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL) als „Campus Forschungsflughafen„ die Kräfte von TU Braunschweig und DLR; inzwischen sind auch die Leibniz Universität Hannover, die Fraunhofer-Gesellschaft und die PTB beteiligt. Das Forschungsflughafen Braunschweig GmbH sorgt als Standortgesellschaft für den Betrieb des Geländes, auf dem rund 40 klein- und mittelständische Unternehmen der Luftfahrtindustrie mit den Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.

Tradition und Zukunft

Vom ersten Luftfahrtlehrzentrum Deutschlands 1938 über die weltweit erste GPS-Landung 1989 bis zum heutigen Verbund aus DLR, TU, NFL und innovativen Unternehmen: Der Forschungsflughafen Braunschweig verbindet über acht Jahrzehnte Forschungstradition mit modernster Luftfahrttechnologie und ist damit einer der wenigen Standorte weltweit, an denen Forschung, Zulassung und Industrie auf engstem Raum zusammenwirken.

Autor: Swen E. Johannes, unterstützt von KI

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