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Deutscher Aero Club e.V.
Der Deutsche Aero Club e.V. (DAeC) ist der Dachverband der deutschen Luftsportverbände und zugleich der Spitzenverband der Allgemeinen Luftfahrt in Deutschland. Er hat seine Bundesgeschäftsstelle in Braunschweig (Hermann-Blenk-Straße 28) und ist damit der bedeutendste luftsportliche Verband mit Sitz am Braunschweiger Luftfahrtstandort. Anders als die Luftsportvereine am Flughafen betreibt der DAeC selbst keine eigene Flotte – er ist die Dachorganisation, über die die Vereine organisiert und ihre Interessen gegenüber Politik, Behörden und Verbänden vertreten werden.
Der DAeC ist Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), im europäischen Dachverband Europe Air Sports (EAS) sowie in der Fédération Aéronautique Internationale (FAI), dem Weltluftsportverband. Er ist der zweitgrößte Luftsportverband Europas.
Geschichte
Die Wurzeln des DAeC reichen bis ins Jahr 1881 zurück, als sich Piloten von Ballonen und Luftschiffen zum Deutschen Verein zur Förderung der Luftschifffahrt zusammenschlossen. 1907 folgte die Gründung des Deutschen Aero Clubs, der später in „Kaiserlicher Aero-Club„ umbenannt wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Luftsport strengen Auflagen der Alliierten unterlag, wurde der Dachverband am 04. August 1950 in Gersfeld/Rhön unter dem Namen Deutscher Aero Club neu gegründet. Erster Präsident war Wolf Hirth, einer der Initiatoren der teilweise illegalen Luftsporttreffen auf der Wasserkuppe. Unter dem Motto „Einigkeit macht stark“ gewann er Segelflieger, Motorflieger, Modellflieger, Fallschirmspringer und Ballonfahrer für die Idee eines gemeinsamen Dachverbands. Im Juli 1951 wurde der DAeC von der FAI als Vertretung der deutschen Luftsportler anerkannt. Die Mitgliedszahl wuchs rasch: Zwei Jahre nach der Gründung zählte der Verband bereits 16.000 Mitglieder, 1960 mehr als doppelt so viele.
Einen Meilenstein der Verbandsgeschichte bildete der Zusammenschluss mit dem Flug- und Fallschirmsportverband (FFSV) – dem Luftsportverband der DDR – am 21. September 1990. Später kamen mit Drachen- und Gleitschirmfliegen (ab den 1970er-Jahren) und Ultraleichtfliegern (ab 1982) weitere Disziplinen hinzu.
Für den Braunschweiger Luftfahrtstandort bedeutsam ist der Umzug der Bundesgeschäftsstelle nach Braunschweig: Am 01.09.1999 bezog sie ihre Räume am Standort Braunschweig und hat dort bis heute ihren Sitz. (→ LCBS-Chronik)
Struktur
Der DAeC ist föderal aufgebaut: Die Luftsportverbände der 16 Bundesländer (sog. regionale Multi-Luftsportverbände) sowie mehrere Fachverbände (sog. Mono-Luftsportverbände, u. a. Deutscher Freiballonsport-Verband, Deutscher Kunstflug-Verband und der Deutsche Verband zur Förderung des Sports mit leichten Luftsportgeräten) sind die stimmberechtigten Mitglieder des DAeC. In dieser Verbandsstruktur sind ca. 1.500 Vereine mit rund 90.000 Luftsportlern und Luftsportlerinnen organisiert.
Die ordentliche Hauptversammlung ist das höchste Organ des Verbands. Sie setzt sich aus den Vorsitzenden der Bundeskommissionen (Segelflug, Modellflug, Motorflug, Fallschirmsport, Ballonfahrt, Ultraleicht, Gleitschirm- und Drachenflug) sowie den Vorsitzenden der Landes- und Fachverbände zusammen. Präsident des DAeC ist Claus Cordes.
Bezug zum Luftsport am Flughafen Braunschweig
Über die Mitgliedschaft im regionalen Landesverband Niedersachsen ist der Aero-Club Braunschweig e.V. von 1952 Mitglied im DAeC. Damit sind auch die Braunschweiger Luftsportvereine Teil der bundesweiten Verbandsstruktur, die von der Braunschweiger Bundesgeschäftsstelle des DAeC koordiniert wird – ein Beleg dafür, dass Braunschweig über den Flugbetrieb am Platz hinaus auch verbandspolitisch ein Zentrum der deutschen Luftfahrt ist.
Quellen
Autor: Swen E. Johannes, unterstützt von KI
