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Forschungsflughafen Braunschweig GmbH
Die Forschungsflughafen Braunschweig GmbH ist die Standort- und Entwicklungsgesellschaft des Forschungsflughafens Braunschweig. Sie vermarktet und entwickelt das Gelände rund um den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg als eines der innovativsten Wirtschafts- und Wissenschaftscluster Europas.
Der Forschungsflughafen vereint auf einem Ort eine international einmalige Infrastruktur: Forschungsflugzeuge, Windkanäle, Simulatoren und Prüfstände stehen hier konzentriert neben der eigentlichen Flughafeninfrastruktur. Ergänzt wird das Netzwerk durch Behörden wie das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) sowie durch Forschung und Lehre von DLR, TU Braunschweig und dem Niedersächsischen Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL).
Zum Netzwerk gehören rund 40 klein- und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt und Verkehrstechnik – darunter Weltmarktführer wie die Aerodata AG (Flight Inspection Systeme) und die Simtec simulation technology GmbH (Simulatoren). Das Leistungsspektrum reicht von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsnahen Technologieentwicklung und -erprobung.
Der Forschungsflughafen sichert aktuell rund 3.700 hochqualifizierte Arbeitsplätze direkt vor Ort und mehr als 4.000 in der Umgebung. Seit 2004 hat sich die Zahl der Beschäftigten von rund 1.600 mehr als verdoppelt.
Geschichte des Standorts
Die Geschichte des Flughafengeländes reicht bis ins Jahr 1916 zurück, als der Braunschweigische Verein für Luftschifffahrt einen Flugplatz in Broitzem anlegte. In den frühen 1930er-Jahren entschied das Reichsluftfahrtministerium, den Betrieb wegen besserer Wetterbedingungen in den Norden der Stadt auf das heutige Gelände zu verlagern, und gründete im Juni 1934 die Flughafengesellschaft Braunschweig-Waggum. Nach Abschluss der Erdarbeiten erfolgte im September 1935 die Erstlandung, die offizielle Eröffnung im Mai 1936. Ebenfalls 1936 entstand mit der Deutschen Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) eine Vorgängerin des heutigen DLR. Das Hauptgebäude wurde 1939 fertiggestellt.
Über die Streckennetze der Deutschen Lufthansa gab es von Braunschweig aus u. a. Direktflüge nach Berlin, Halle und Hannover sowie Umsteigeverbindungen nach Dresden, Münster und Nürnberg – bis der Zweite Weltkrieg dem zivilen Flugverkehr ein abruptes Ende setzte und das Gelände zeitweise landwirtschaftlich genutzt wurde. 1953 nahm die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt als Nachfolgerin der DFL ihre Forschungsarbeiten wieder auf. Der Flugbetrieb begann 1955 auf einer Grasbahn; im selben Jahr siedelte sich das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Waggum an.
Nach dem Bau einer Asphalt-Landebahn 1967 (1200 Meter, 1970 auf 1.560 Meter verlängert) konnten auch schwerere Flugzeuge Braunschweig anfliegen – das kam vor allem der Volkswagen AG zugute, die ihre konzerneigene Flugzeugflotte nahe ihres Hauptsitzes in Wolfsburg stationierte. Mitte der 1980er-Jahre wurde der Flughafen für den eingeschränkten Instrumentenflugbetrieb zugelassen. Seit der Wiedervereinigung dient er in erster Linie als Regionalflughafen für den kommerziellen Verkehr der ansässigen Unternehmen und Behörden sowie als Testgelände für das DLR und die Institute der TU Braunschweig. 2012 nahm der Flughafen eine neue 2.300 Meter lange Piste in Betrieb.
Die Gesellschaften
Betreiberin des Flughafens ist die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH. Hauptgesellschafter sind die Stadt Braunschweig (42,6 %), die Stadt Wolfsburg (17,8 %), eigene Anteile (35,6 %) sowie die Landkreise Gifhorn und Helmstedt (je 2 %).
Die Forschungsflughafen Braunschweig e.V. wurde 1998 gegründet und bündelt als gemeinnütziger Verein rund 40 klein- und mittelständische Unternehmen aus dem Bereich Verkehrstechnik. Er ist alleiniger Gesellschafter der Forschungsflughafen Braunschweig GmbH, die 2006 mit Unterstützung der Braunschweig Zukunft GmbH als operativer Arm des Vereins gegründet wurde. Aufgaben der GmbH sind Standortentwicklung, Standortmarketing, die Initiierung und Begleitung von Projekten sowie die Lotsenfunktion für Anfragen rund um den Forschungsflughafen.
Entwicklung des Standorts
- 2014: Übergabe des Forschungshangars (NFL) als größtes technisches Experimentierfeld Niedersachsens
- 2017: Einzug der ersten Mieter ins Lilienthalhaus am Lilienthalplatz
- 2018: Eröffnung des Parkhauses mit Forschungsbereich, Umgestaltung des Lilienthalplatzes
- 2020er-Jahre: Planungen für ein Lilienthalquartier, das Lilienthalhaus 2 ist in Planung
- 2024: Eröffnung des Remote Tower Centers am Flughafen
- 2025: Einweihung des neuen Flughafenterminals
Schwerpunkte
Die Geschäftsfelder umfassen Mobilität in all ihren Verkehrsträgern – Automotive, Aviation, Rail, Zertifizierung und Energie. Ziel ist der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Mobilitätsfragen, das Forschung, Behörden und Unternehmen an einem Ort bündelt.
Quellen
Autor: Swen E. Johannes, unterstützt von KI
