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Inhaltsverzeichnis
Unternehmen
Rund um den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg hat sich über Jahrzehnte eine einzigartige Dichte an Luftfahrtunternehmen entwickelt. Was einst mit einzelnen Instituten und kleinen Ausgründungen begann, ist heute ein Hochtechnologie-Cluster, das von Flugvermessung über Simulation bis zum Faserverbund-Leichtbau reicht – weltweit führende Spezialisten, die ihre Wurzeln in der Forschungstradition des Standorts haben.
Aus der Forschung entstanden
Charakteristisch für den Standort Braunschweig ist, dass fast alle namhaften Unternehmen am Flughafen unmittelbar aus der Wissenschaft hervorgegangen sind. So entstand die Aerodata AG, der weltweit tätige Spezialist für Flugvermessung und Flugsimulation, als Ausgründung der Technischen Universität Braunschweig. Was mit der Vermessung von Navigationsanlagen begann, entwickelte sich zum globalen Nischenmarkt: Aerodata stattet bis heute Flugvermessungsflugzeuge weltweit aus, richtete 2017 sogar eine internationale Fachkonferenz (FIS User Conference) in Braunschweig aus und organisierte 2020 gemeinsam mit dem Flughafen den ersten Flughafenteamlauf. Das heutige Aerodata-Gebäude wurde 1997 offiziell in Betrieb genommen.
Ähnlich tief in der Region verwurzelt ist die Simtec Simulationsanlagen GmbH, die 1989 gegründet wurde und sich zunächst auf den Bau von Flugsimulatoren spezialisierte – darunter den bis heute weltweit einzigen Full-Flight-Simulator für die Dornier 228. Ebenfalls auf die Faserverbundtechnik fokussiert ist die INVENT GmbH, die 1996 als Ausgründung aus dem DLR entstand und innovative Verbundwerkstoffe und Leichtbaustrukturen für die Luft- und Raumfahrt entwickelt und in Serie fertigt. Und die Leichtwerk AG, 1996 gegründet, entwickelte das größte zertifizierte Segelflugzeug der Welt, die „eta„; das größte reine Segelflugzeug bleibt die Akaflieg SB 10. Nach der Insolvenz 2025 übernahm die Rheinmetall AG Betriebsstätte und Mitarbeiter am Standort.
Die Flugvermessung als Leitbranche
Eine Sonderstellung nimmt die Flugvermessung ein, für die Braunschweig weltweit als Referenzstandort gilt. Neben Aerodata ist hier die FCS Flight Calibration Services GmbH beheimatet, ein Joint Venture der DFS Deutsche Flugsicherung, der österreichischen Austro Control und der Schweizer skyguide. Mit ihren Beechcraft King Air 350-Messflugzeugen und Learjet 35A vermisst die FCS Navigations- und Radaranlagen in ganz Europa und unterhält seit 2009 eine eigene, vom LBA genehmigte Wartungsorganisation am Flughafen. Die Fähigkeiten der Region – vom Flugvermessungssystem bis zum Spezialflugzeug – werden im Artikel Flugvermesser und Spezialflugzeuge ausführlich dargestellt.
Der Werksflugbetrieb
Zu den Unternehmen am Flughafen zählt seit Jahrzehnten auch der Werksflugbetrieb der Volkswagen AG, der im Bereich VW AirService beschrieben wird. Die in Wolfsburg beheimatete und in Braunschweig stationierte Flotte prägte mit ihren Dassault Falcon und weiteren Maschinen das Vorfeld des Flughafens – bis 2016, als die letzte Falcon 900 mit einem Abschieds-Low-Pass und Flügelwackeln den Braunschweiger Platz verließ.
Tradition und Ausblick
Vom 1997 eingeweihten Aerodata-Gebäude über den weltweit exportierenden Faserverbund-Spezialisten bis zur modernen Flugvermessungsflotte: Die Unternehmen am Forschungsflughafen Braunschweig sind ein lebendiges Ergebnis der engen Verzahnung von Forschung, Lehre und Industrie, die diesen Standort seit den 1930er-Jahren auszeichnet. Diese Tradition – aus Wissenschaft Industrie zu machen – setzt sich bis heute fort.
Autor: Swen E. Johannes, unterstützt von KI
