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Der Tower und seine Kameras
Das Remote Tower Center (RTC) am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg ist das erste norddeutsche Flugsicherungszentrum seiner Art. Von Braunschweig aus werden Flugplätze ferngesteuert überwacht und gesteuert – ohne herkömmlichen Kontrollturm am jeweiligen Standort. Den Anfang macht der Flugplatz Emden, dessen Flugverkehr seit Anfang 2025 von Braunschweig aus geführt wird.
Von der Idee zum Betrieb
Das Konzept des „Remote Tower“ wurde am DLR-Institut für Flugführung in Braunschweig entwickelt. Bereits 2002 begann die Forschung am virtuellen Kontrollturm, 2005 entstand am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg der erste Prototyp. Nach dem Technologietransfer der Technologie erfolgte 2015 in Sundsvall (Schweden) die erste Inbetriebnahme eines Remote Towers im Regelbetrieb weltweit.
Für den Standort Braunschweig begann die konkrete Umsetzung mit einer Machbarkeitsstudie, die der Verkehrsflughafen Braunschweig-Wolfsburg und der Flugplatz Emden 2019 bei der DFS Aviation Services in Auftrag gaben. Am 14.06.2021 wurde der Förderbescheid des Niedersächsischen Verkehrsministeriums zum Aufbau des ersten norddeutschen Remote Tower Centers übergeben, am 19.05.2022 der Vertrag zwischen der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH, der Flugplatz Emden GmbH und der DFS Aviation Services GmbH unterzeichnet. Mit einem Kooperationsvertrag vom 09.12.2022 vertieften Braunschweig und Emden ihre Zusammenarbeit zur Realisierung wirtschaftlicher und operativer Synergieeffekte. Am 28.11.2024 wurde das Remote Tower Center offiziell eröffnet.
Betrieb und Technik
Seit dem 01.01.2023 übernimmt die DFS Aviation Services GmbH (DAS), eine Tochtergesellschaft der Deutschen Flugsicherung, die Flugsicherung am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg (zuvor nahm diese Aufgabe die Austro Control wahr). Für den Betrieb und die Wartung des Remote Tower Systems arbeiten die DAS mit der Frequentis DFS Aerosense GmbH und der ESPA GmbH zusammen.
Das Herzstück ist ein 360-Grad-Kamerasystem, das das Umfeld des überwachten Flugplatzes in hoher Auflösung auf Monitore im Braunschweiger Kontrollraum überträgt. Die ausgelegte Kapazität erlaubt die Überwachung von bis zu sechs Flughäfen aus einem Center – ein Modell, das gerade für kleinere und mittlere Verkehrslandeplätze wirtschaftliche Vorteile verspricht. Das Vorhaben wurde vom Land Niedersachsen gefördert.
Quellen
Autor: Swen E. Johannes, unterstützt von KI
