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-====== Akaflieg Braunschweig ======+====== Akaflieg Braunschweig e.V. ======
  
-Die **Akademische Fliegergruppe Braunschweig (Akaflieg)** ist eine studentische Hochschulgruppe an der TU Braunschweig und eine der ältesten und traditionsreichsten Fliegergruppen Deutschlands. Sie verbindet Forschung, Lehre und praktischen Flugbetrieb miteinander: Die Studierenden konstruieren, bauen und erproben eigene Segelflugzeuge.+Die **Akademische Fliegergruppe Braunschweig e.V. (Akaflieg)** ist eine studentische Hochschulgruppe an der TU Braunschweig und eine der ältesten und traditionsreichsten Fliegergruppen Deutschlands. Sie verbindet Forschung, Lehre und praktischen Flugbetrieb miteinander: Die Studierenden konstruieren, bauen und erproben eigene Segelflugzeuge. Seit der Gründung 1922 entstanden mit der **SB-Reihe** („Segelflugzeug Braunschweig") insgesamt 15 Konstruktionen – von der SB 1 „Storch" (1923) bis zur nie fertiggestellten SB 15. Von diesen Prototypen fliegen heute noch vier: **SB 7, SB 10, SB 11 und SB 14**; viele ältere Typen sind verloren, verkauft oder museal erhalten.
  
 ===== Geschichte ===== ===== Geschichte =====
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 Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem zwischenzeitlichen Luftfahrtverbot nahm die Akaflieg ihre Arbeit wieder auf: Am **30.05.1951** wurde sie als akademische Vereinigung an der Technischen Hochschule neu zugelassen, die offizielle Gründungsversammlung fand am **04.07.1951** in der alten Mensa statt. Der Segelflugbetrieb begann 1952 mit zwei selbstgebauten „Grunau Baby III". In den folgenden Jahrzehnten entstand mit der berühmten **SB-Serie** eine Folge innovativer Eigenbauten: Die SB 5 hob 1959 als erste Nachkriegs-Eigenentwicklung ab, es folgten SB 6, SB 7, SB 8 und weitere bis zur SB 15. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem zwischenzeitlichen Luftfahrtverbot nahm die Akaflieg ihre Arbeit wieder auf: Am **30.05.1951** wurde sie als akademische Vereinigung an der Technischen Hochschule neu zugelassen, die offizielle Gründungsversammlung fand am **04.07.1951** in der alten Mensa statt. Der Segelflugbetrieb begann 1952 mit zwei selbstgebauten „Grunau Baby III". In den folgenden Jahrzehnten entstand mit der berühmten **SB-Serie** eine Folge innovativer Eigenbauten: Die SB 5 hob 1959 als erste Nachkriegs-Eigenentwicklung ab, es folgten SB 6, SB 7, SB 8 und weitere bis zur SB 15.
  
-===== Die SB 10 – das größte Segelflugzeug der Welt =====+===== Die SB-Reihe im Überblick ===== 
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 +==== Die Vorkriegs-SBs (SB 1–4) und die Motorflugzeuge ==== 
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 +Vor dem Zweiten Weltkrieg nummerierte die Gruppe Segel- und Motorflugzeuge gemeinsam fortlaufend: So standen neben den Segelflugzeugen SB 1–4 und einer ersten SB 6 auch die Motorflugzeuge **MB 4**, **MB 5 „Wolfenbüttel"** und **MB 12**. Nach der Wiedergründung 1951 wurden nur noch die eigenen Segelflugzeuge fortlaufend gezählt – da vier davon (SB 1–4) in die Vorkriegszeit fielen, hieß der erste Nachkrieg-Prototyp folgerichtig **SB 5**. Der „SB"-Name steht in beiden Epochen für **Segelflugzeug Braunschweig**. 
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 +Die vier Vorkriegs-Segelflugzeuge sind sämtlich nicht erhalten: 
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 +  * **SB 1 „Storch"** (−1923): Doppeldecker, vollständig in der Akaflieg konstruiert und gebaut. Erster Flug März 1923 vom Nussberg; wegen der relativ gutmütigen Doppeldecker-Eigenschaften gut geeignet für die ersten Übungsflüge. Ging im Mai 1923 bei Übungsflügen nahe Bad Harzburg zu Bruch. 
 +  * **SB 2 „Heinrich der Löwe"** (−1923): Segelflugzeug-Eindecker, Erstflug Anfang Juli 1923. Erste Diplomarbeit auf diesem Gebiet an der TH; die Flügel wurden verdreht („Verwindung"), um die Auftriebsverteilung und die Flugeigenschaften zu verbessern. Nahm am Rhönwettbewerb 1923 teil. 
 +  * **SB 3 „Brockenhexe"** (−1923): Doppeldecker, aus den Trümmern der SB 1 aufgebaut; Seitenruder steuerbar. Ebenfalls beim Rhönwettbewerb 1923 am Start. **1925** in einer Gewitterböe losgerissen und zerstört. 
 +  * **SB 4** (−1941/43): doppelsitziges Segelflugzeug mit einem asymmetrischen Rumpf (Piloten schräg versetzt hintereinander, eine Mischung aus Side-by-Side- und Tandemanordnung). Automatische Ruderanschlüsse, bereits Schempp-Hirth-ähnliche Sinkflughilfen an Flächenober- und -unterseite sowie ein Spornrad statt Schleifsporn. Das bei der Flugtechnischen Fachgruppe (FFG) entstandene Flugzeug wurde Ende 1943 noch vor der Fertigstellung bei einem Bombenangriff zerstört. 
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 +==== Die Nachkriegs-SBs und ihr Verbleib ==== 
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 +Von der Nachkriegs-Serie SB 5 bis SB 15 fliegen heute nur noch vier Prototypen (SB 7, SB 10, SB 11, SB 14, siehe unten). Die übrigen Typen teilen sich in verloren, verkauft und museal erhalten auf: 
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 +  * **SB 5** (1959): erster Nachkriegs-Prototyp, einsitzig, 15 m, Holzbauweise, V-Leitwerk, Laminarprofil. Die SB 5A flog am **03.06.1959** erstmals und wurde am **06.06.1961** in einer Gewitterwolke zerstört (Pilot rettete sich mit dem Fallschirm). Aus der übernommenen Lizenz baute die Firma **Eichelsdörfer** rund 20 Exemplare der **SB 5B** (mit Schempp-Hirth-Bremsklappen und langer Haube); zusammen mit Amateurbauten und Bausätzen entstanden **etwa 40 bis 50 SB-5-Exemplare**, von denen noch rund 40 fliegen. Nach Aufhebung der Spannweitenbegrenzung entstand die **SB 5E** mit 16 m. Einzigartig ist die **SB 5C** von 1965: Sie erprobte das Cockpit der SB 8 (Rumpfvorderteil in Balsa-GFK-Sandwich) und wurde am **22.07.2011** als **fliegendes technisches Denkmal** Niedersachsens anerkannt – sie wird – gefördert von Deutscher Stiftung Denkmalschutz, Braunschweigischer Landessparkasse, Niedersächsischer Sparkassenstiftung und der Stadt Braunschweig – von einem „Alten Herren" grundüberholt. Die SB 5E V2 steht im Deutschen Segelflugmuseum (Wasserkuppe). 
 +  * **SB 6 „Nixope"** (1961): das **erste Flugzeug der Akaflieg aus GFK** (18 m). Erstflug am **02.02.1961**. Einführung der **Gabel-Zunge-Flügelverbindung**, die später in gleicher oder ähnlicher Form bei nahezu allen Kunststoffsegelflugzeugen übernommen wurde (dafür wurden Stender und Heise 1998 mit dem Sonder-OSTIV-Preis geehrt). 1964 stürzte die SB 6 nach nur drei Flugjahren während des idaflieg-Sommertreffens ab; der Pilot konnte sich mit dem Fallschirm retten. Eine Weiterentwicklung war die **BS-1** von **Björn Stender**. 
 +  * **SB 7 „Nimbus"** (1962): mit 17 m heute einer der vier fliegenden Prototypen (siehe unten), fliegt weiter. 
 +  * **SB 8** (1967): 18-m-Flugzeug der Offenen Klasse mit Wölbklappen, geflogen bis zur Ausmusterung **1989**; danach von mehreren „Alten Herren" gepflegt und geflogen. Die angefangene Grundüberholung wird heute von einem Bekannten der Akaflieg weitergeführt. 
 +  * **SB 9** (1969): aus der SB 8(V2) (Erstflug 17.04.1968) mit ansteckbaren Außenflügeln von zunächst je 2 m entstanden (22 m, später 21 m); Flatterprobleme wurden durch einen Querruder-Massenausgleich beseitigt. Die Flügel der SB 8(V2)/SB 9 werden **seit 1972 als Außenflügel der SB 10** verwendet und sind dort nach mehreren tausend Flugstunden bis heute im Einsatz. Der Rumpf ist – nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt in einem Museum – wieder in Braunschweig. 
 +  * **SB 10 „Schirokko"**: fliegt weiter (siehe eigenen Abschnitt). 
 +  * **SB 11 „Antares"**: fliegt weiter (siehe unten). 
 +  * **SB 12 „Kazoo"** (1980): das erste Flugzeug mit **Ausblasturbulatoren** zur gezielten Grenzschichtbeeinflussung (Profil DFVLR HQ 14/18,43), konstruiert auf Basis der Glasflügel „Hornet C" und in nur einem halben Jahr gebaut. Erstflug am **06.04.1980**. Die Technik fand anschließend Einzug in den Serienflugzeugbau. 1989 verkauft, wechselte mehrfach den Besitzer; seit **2007** ist die SB 12 wieder in Braunschweig stationiert (im Besitz eines „Alten Herren"). 
 +  * **SB 13** (1988): einsitziger Nurflügler, Erstflug am **18.03.1988**. Wurde 2003 aus dem Flugzeugpark genommen und steht seit 2007 im **Deutschen Museum – Flugwerft Schleißheim**. 
 +  * **SB 14**: fliegt weiter (siehe unten). 
 +  * **SB 15** (−2024): 20-m-Doppelsitzer, nie geflogen, Ende 2024 auf Eis gelegt (siehe unten). 
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 +===== Die SB 10 – das größte reine Segelflugzeug der Welt =====
  
 Der Höhepunkt der Braunschweiger Konstruktionen ist die **SB 10 „Schirokko"**: Sie startete am **22.07.1972** zum Erstflug und ist mit **29 Metern Spannweite bis heute das größte reine Segelflugzeug der Welt** – breiter sogar als eine Boeing 737. Mit einem Gleitverhältnis von über **1:53** war sie das erste Segelflugzeug mit einer vermessenen Gleitzahl über 50. Der Höhepunkt der Braunschweiger Konstruktionen ist die **SB 10 „Schirokko"**: Sie startete am **22.07.1972** zum Erstflug und ist mit **29 Metern Spannweite bis heute das größte reine Segelflugzeug der Welt** – breiter sogar als eine Boeing 737. Mit einem Gleitverhältnis von über **1:53** war sie das erste Segelflugzeug mit einer vermessenen Gleitzahl über 50.
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 [[https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/photo/8960|{{https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/bilder/12/5/21/1337618194_800600.jpg}}]]\\ [[https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/photo/8960|{{https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/bilder/12/5/21/1337618194_800600.jpg}}]]\\
-//D-6085 – Akaflieg SB 10 „Schirokko" (26/29 m, größtes Segelflugzeug der Welt)//+//D-6085 – Akaflieg SB 10 „Schirokko" (26/29 m, größtes reines Segelflugzeug der Welt)//
  
 [[https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/photo/10830|{{https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/bilder/13/8/8/1375983750_800600.jpg}}]]\\ [[https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/photo/10830|{{https://www.luftfahrtclubbraunschweig.de/picdb/bilder/13/8/8/1375983750_800600.jpg}}]]\\
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 ===== Quellen ===== ===== Quellen =====
-  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/ueber-uns/geschichte/|Geschichte der Akaflieg Braunschweig (u. a. zu den Namensstadien Flugwissenschaftliche Vereinigung, FWG, Akaflieg und zur FFG)]]+  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/sb-1-bis-sb-4-und-motorflugprototypen/|Akaflieg Braunschweig – SB 1 bis SB 4 und Motorflugprototypen]] 
 +  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/ueber-uns/geschichte/|Geschichte der Akaflieg Braunschweig (u. a. zu den Namensstadien Flugwissenschaftliche Vereinigung, FWG, Akaflieg)]]
   * [[https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=b23160|Arcinsys Niedersachsen: Akaflieg I (1922–1933, Flugwissenschaftliche Gruppe der TH), Akaflieg II (1937–1945), Akaflieg III (seit 1950)]]   * [[https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=b23160|Arcinsys Niedersachsen: Akaflieg I (1922–1933, Flugwissenschaftliche Gruppe der TH), Akaflieg II (1937–1945), Akaflieg III (seit 1950)]]
 +  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb5/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 5]]
 +  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb6/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 6]]
 +  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb8/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 8]]
 +  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb9/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 9]]
 +  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb12/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 12]]
 +  * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb13/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 13]]
   * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb10/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 10]]   * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb10/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 10]]
   * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb14/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 14]]   * [[https://akaflieg-braunschweig.de/projekte/sb14/|Akaflieg Braunschweig – Projekt SB 14]]
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