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 Am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg lebt die Luftfahrt nicht nur durch die Flughafengesellschaft und die Forschungseinrichtungen, sondern seit jeher auch durch die Menschen, die hier ihrer Leidenschaft für das Fliegen nachgehen. Luftsportvereine, studentische Fliegergruppen und Hochschulgruppen prägen den Platz seit über einem Jahrhundert – sie trugen die Segelfliegerei durch die Nachkriegszeit, brachten Braunschweig zu nationalen Meisterschaften und sorgen bis heute für den Nachwuchs in der Luftfahrt. Ihre Geschichte ist eng mit der des Flughafens verwoben. Am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg lebt die Luftfahrt nicht nur durch die Flughafengesellschaft und die Forschungseinrichtungen, sondern seit jeher auch durch die Menschen, die hier ihrer Leidenschaft für das Fliegen nachgehen. Luftsportvereine, studentische Fliegergruppen und Hochschulgruppen prägen den Platz seit über einem Jahrhundert – sie trugen die Segelfliegerei durch die Nachkriegszeit, brachten Braunschweig zu nationalen Meisterschaften und sorgen bis heute für den Nachwuchs in der Luftfahrt. Ihre Geschichte ist eng mit der des Flughafens verwoben.
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 +===== Vereine und Gruppen am Platz =====
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 +Am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg sind derzeit folgende Vereine und Gruppen beheimatet:
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 +===== Aero-Club Braunschweig e.V. von 1952 =====
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 +Der älteste der heutigen Vereine am Platz wurde am **09.01.1951** gegründet und am **29.01.1952** ins Vereinsregister eingetragen. Mit ca. **260 Mitgliedern** ist der Mehrspartenverein (Motorflug, Segelflug, Modellflug und Fallschirmsport) über den Landesverband Niedersachsen Mitglied im [[.:deutscher-aero-club|Deutschen Aero Club e.V. (DAeC)]]. (→ [[.:aero-club|Artikel: Aero-Club Braunschweig]])
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 +===== Akaflieg Braunschweig e.V. =====
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 +Die **Akademische Fliegergruppe Braunschweig e.V. (Akaflieg)** sieht ihre Wurzeln in der Flugwissenschaftlichen Gruppe von 1922 und wurde am **04.07.1951** an der Technischen Hochschule neu gegründet. Sie konstruierte die berühmte **SB-Serie** von Segelflugzeugen. (→ [[.:akaflieg|Artikel: Akaflieg Braunschweig]])
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 +===== Flug-Förderungsgemeinschaft e.V. (FFG) =====
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 +Am **14. September 1981** in Hannover gegründet, ist die FFG seit 2020 am Lilienthalplatz 5 am Forschungsflughafen beheimatet und betreibt mit über 100 Piloten eine eigene Flugschule. (→ [[.:flugfoerderungsgemeinschaft|Artikel: Flug-Förderungsgemeinschaft]])
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 +===== Interessengemeinschaft Flugtechnik e.V. (IG Flugtechnik) =====
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 +Die studentische Hochschulgruppe der TU Braunschweig setzt die Tradition des Konstruierens, Bauens und Erprobens eigener Fluggeräte fort. (→ [[.:ig-flugtechnik|Artikel: IG Flugtechnik]])
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 +===== Fluggruppe DLR Braunschweig e.V. =====
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 +Der Luftsportverein der Beschäftigten des DLR am Standort Braunschweig ist am Lilienthalplatz 7 beheimatet und betreibt Segelflug, Motorflug und Ultraleichtflug. (→ [[.:fluggruppe-dlr-braunschweig|Artikel: Fluggruppe DLR Braunschweig]])
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 +===== Motorflug-Club Salzgitter e.V. (MFC) =====
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 +1957 am Verkehrslandeplatz Salzgitter-Drütte (EDVS) gegründet, zog der Verein nach der Schließung des Platzes zum **31.12.2025** mit seinen Flugzeugen zum Flughafen Braunschweig-Wolfsburg (EDVE) um. (→ [[.:mfc-salzgitter|Artikel: Motorflug-Club Salzgitter]])
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 +Anmerkung: Über den Landesverband Niedersachsen sind die Vereine Mitglied im **[[.:deutscher-aero-club|Deutschen Aero Club e.V. (DAeC)]]**, dem bundesweiten Dachverband des Luftsports. Dieser hat mit seiner Bundesgeschäftsstelle (seit **1999** in der Hermann-Blenk-Straße 28) zwar seinen Sitz in Braunschweig, ist aber kein Verein am Platz. (→ [[.:deutscher-aero-club|Artikel: Deutscher Aero Club]])
  
 ===== Die Anfänge in den 1920er-Jahren ===== ===== Die Anfänge in den 1920er-Jahren =====
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 ===== Neubeginn nach dem Krieg ===== ===== Neubeginn nach dem Krieg =====
  
-Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Luftfahrt in Braunschweig zunächst still. Erst im Januar 1951 kehrte das Leben an den Platz zurück: Am **09.01.1951** wurde der [[.:aero-club|Aero Club Braunschweig e.V.]] gegründet – der älteste der heutigen Vereine am Flughafen. Die Alliierten hoben am **28.04.1951** die Beschränkungen für den Segelflug auf, und am **04.07.1951** wurde die **Akademische Fliegergruppe Braunschweig e.V.** an der Technischen Hochschule (Akaflieg III) neu gegründet, die ihre Wurzeln in der FWG von 1922 sieht.+Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Luftfahrt in Braunschweig zunächst still. Erst im Januar 1951 kehrte das Leben an den Platz zurück: Am **09.01.1951** wurde der Aero Club Braunschweig e.V. gegründet – der älteste der heutigen Vereine am Flughafen. Die Alliierten hoben am **28.04.1951** die Beschränkungen für den Segelflug auf, und am **04.07.1951** wurde die Akademische Fliegergruppe Braunschweig e.V. an der Technischen Hochschule (Akaflieg III) neu gegründet, die ihre Wurzeln in der FWG von 1922 sieht.
  
 Am **20.07.1952** wurde der Segelflugbetrieb auf dem Flugplatz Braunschweig-Waggum wieder aufgenommen – mit Flugzeugen, die der Aero Club und die Akaflieg in mühevoller Eigenarbeit aufgebaut hatten. Am **27.10.1952** landete mit einer britischen Taylorcraft Auster das erste Motorflugzeug nach dem Krieg. Der Motorflug wurde in Deutschland am **05.05.1955** wieder freigegeben, und der Aero Club beschaffte umgehend seine ersten Maschinen: Am **14.05.1955** landete eine Klemm Kl 35 aus Malmö kommend als erstes Flugzeug des Clubs, im Sommer folgten eine Bücker Bü 181 und ein Stieglitz. Schon im **September 1955** veranstaltete der Aero Club seinen ersten Flugtag gemeinsam mit dem ADAC – 10.000 Besucher kamen an den Flughafen. Im **Oktober 1955** begann in Braunschweig zudem der erste Motorflugzeugführer-Lehrgang Niedersachsens. Am **20.07.1952** wurde der Segelflugbetrieb auf dem Flugplatz Braunschweig-Waggum wieder aufgenommen – mit Flugzeugen, die der Aero Club und die Akaflieg in mühevoller Eigenarbeit aufgebaut hatten. Am **27.10.1952** landete mit einer britischen Taylorcraft Auster das erste Motorflugzeug nach dem Krieg. Der Motorflug wurde in Deutschland am **05.05.1955** wieder freigegeben, und der Aero Club beschaffte umgehend seine ersten Maschinen: Am **14.05.1955** landete eine Klemm Kl 35 aus Malmö kommend als erstes Flugzeug des Clubs, im Sommer folgten eine Bücker Bü 181 und ein Stieglitz. Schon im **September 1955** veranstaltete der Aero Club seinen ersten Flugtag gemeinsam mit dem ADAC – 10.000 Besucher kamen an den Flughafen. Im **Oktober 1955** begann in Braunschweig zudem der erste Motorflugzeugführer-Lehrgang Niedersachsens.
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 ===== Die Akaflieg und ihre Rekordflugzeuge ===== ===== Die Akaflieg und ihre Rekordflugzeuge =====
  
-Neben dem Aero Club ist es vor allem die [[.:akaflieg|Akaflieg Braunschweig]], die den historischen Ruf des Standorts prägt. Aus der Flugwissenschaftlichen Gruppe von 1922 hervorgegangen, konstruierte sie Segelflugzeuge, die mehrfach Weltklasse-Niveau erreichten. Die berühmte **SB-Serie** begann mit der SB 5, die 1959 als erste Eigenentwicklung nach dem Krieg abhob; es folgten bis zur SB 15 zahlreiche weitere Konstruktionen. Die bekannteste ist die **SB 10**, die am **22.07.1972** zu ihrem Erstflug startete und mit 29 Metern Spannweite das größte Segelflugzeug der Welt war. Mit ihr stellte die Akaflieg am **16.04.1974** einen deutschen Langstrecken-Rekord über 886,84 Kilometer auf – geflogen von Braunschweig aus. Die SB 11 „Antares" (1978), die SB 12 „Kazoo" (1980), die SB 13 „Areus" (1988) und die SB 14 (2003) setzten die Tradition innovativer Eigenbauten fort, bei denen Braunschweig immer wieder technisches Neuland betrat.+Neben dem Aero Club ist es vor allem die Akaflieg Braunschweig, die den historischen Ruf des Standorts prägt. Aus der Flugwissenschaftlichen Gruppe von 1922 hervorgegangen, konstruierte sie Segelflugzeuge, die mehrfach Weltklasse-Niveau erreichten. Die berühmte **SB-Serie** begann mit der SB 5, die 1959 als erste Eigenentwicklung nach dem Krieg abhob; es folgten bis zur SB 15 zahlreiche weitere Konstruktionen. Die bekannteste ist die **SB 10**, die am **22.07.1972** zu ihrem Erstflug startete und mit 29 Metern Spannweite bis heute das größte **reine** Segelflugzeug der Welt ist (größer ist nur das motorbetriebene, zertifizierte Segelflugzeug „eta" mit 30,90 m). Mit ihr stellte die Akaflieg am **16.04.1974** einen deutschen Langstrecken-Rekord über 886,84 Kilometer auf – geflogen von Braunschweig aus. Die SB 11 „Antares" (1978), die SB 12 „Kazoo" (1980), die SB 13 „Areus" (1988) und die SB 14 (2003) setzten die Tradition innovativer Eigenbauten fort, bei denen Braunschweig immer wieder technisches Neuland betrat.
  
 Der historische Wert der Braunschweiger Segelflugkonstruktionen wurde auch offiziell anerkannt: Die **SB 5c** wurde am **22.07.2011** vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege als erstes Flugzeug in die Sparte „bewegliche technische Denkmäler" aufgenommen. Der historische Wert der Braunschweiger Segelflugkonstruktionen wurde auch offiziell anerkannt: Die **SB 5c** wurde am **22.07.2011** vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege als erstes Flugzeug in die Sparte „bewegliche technische Denkmäler" aufgenommen.
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 ===== Jüngere Vereine am Platz ===== ===== Jüngere Vereine am Platz =====
  
-Neben den beiden Traditionsvereinen entstanden in jüngerer Zeit weitere Gruppen, die den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg als Heimat gewählt haben. Die **[[.:flugfoerderungsgemeinschaft|Flug-Förderungsgemeinschaft e.V. (FFG)]]** wurde am **14. September 1981** in Hannover gegründet, zog über Peine/Edemissen im Jahr 2010 nach Braunschweig und ist seit 2020 am Lilienthalplatz 5 am Forschungsflughafen beheimatet. Mit über 100 Piloten betreibt sie eine eigene Flugschule und bildet Interessierte in modernen Maschinen zu Privatpiloten aus – ganz im Sinne der Nachwuchsarbeit, die am Platz eine lange Tradition hat.+Die Flug-Förderungsgemeinschaft e.V. (FFG) wurde am **14. September 1981** in Hannover gegründet, zog über Peine/Edemissen im Jahr 2010 nach Braunschweig und ist seit 2020 am Lilienthalplatz 5 am Forschungsflughafen beheimatet. Mit über 100 Piloten betreibt sie eine eigene Flugschule und bildet Interessierte in modernen Maschinen zu Privatpiloten aus – ganz im Sinne der Nachwuchsarbeit, die am Platz eine lange Tradition hat.
  
-Die **[[.:ig-flugtechnik|Interessengemeinschaft Flugtechnik (IG Flugtechnik)]]** setzt als studentische Hochschulgruppe der TU Braunschweig die Tradition des Konstruierens, Bauens und Erprobens eigener Fluggeräte fort und ergänzt damit das studentische Engagement der Akaflieg. Auch sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass der Braunschweiger Flughafen über das reine Fliegen hinaus immer auch ein Ort des Forschens und Entwickelns war – von den ersten Segelflugzeugen der 1920er-Jahre bis zu den heutigen Hochschulgruppen.+Die Interessengemeinschaft Flugtechnik (IG Flugtechnik) setzt als studentische Hochschulgruppe der TU Braunschweig die Tradition des Konstruierens, Bauens und Erprobens eigener Fluggeräte fort und ergänzt damit das studentische Engagement der Akaflieg. Auch sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass der Braunschweiger Flughafen über das reine Fliegen hinaus immer auch ein Ort des Forschens und Entwickelns war – von den ersten Segelflugzeugen der 1920er-Jahre bis zu den heutigen Hochschulgruppen.
  
-Die **[[.:fluggruppe-dlr-braunschweig|Fluggruppe DLR Braunschweig e.V.]]** ist der Luftsportverein der Beschäftigten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Braunschweig. Sie ist am Lilienthalplatz 7 auf dem Forschungsflughafen beheimatet und betreibt Segelflug, Motorflug und Ultraleichtflug. Mit ihren historischen Maschinen – darunter eine Stark Turbulent aus dem Jahr 1958 – hütet sie ein Stück Luftfahrtgeschichte und ist damit ein Bindeglied zwischen Forschung und Luftsport am Platz.+Die Fluggruppe DLR Braunschweig e.V. ist der Luftsportverein der Beschäftigten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Braunschweig. Sie ist am Lilienthalplatz 7 auf dem Forschungsflughafen beheimatet und betreibt Segelflug, Motorflug und Ultraleichtflug. Mit ihren historischen Maschinen – darunter eine Stark Turbulent aus dem Jahr 1958 – hütet sie ein Stück Luftfahrtgeschichte und ist damit ein Bindeglied zwischen Forschung und Luftsport am Platz.
  
-Der jüngste Zugang ist der **[[.:mfc-salzgitter|Motorflug-Club Salzgitter e.V. (MFC)]],** der 1957 am Verkehrslandeplatz Salzgitter-Drütte (EDVS) gegründet wurde und diesen Platz über sechs Jahrzehnte ehrenamtlich betrieb. Als die Salzgitter AG den Pachtvertrag zum Jahresende 2025 kündigte und der Flugplatz zum 31.12.2025 geschlossen wurde, zog der Verein mit seinen Flugzeugen zum Flughafen Braunschweig-Wolfsburg (EDVE) um. Damit kam die Motorflug-Tradition Salzgitters an den Braunschweiger Platz – ein neues Kapitel, das die Vielfalt der Vereinslandschaft am EDVE weiter vergrößert.+Der jüngste Zugang ist der Motorflug-Club Salzgitter e.V. (MFC), der 1957 am Verkehrslandeplatz Salzgitter-Drütte (EDVS) gegründet wurde und diesen Platz über sechs Jahrzehnte ehrenamtlich betrieb. Als die Salzgitter AG den Pachtvertrag zum Jahresende 2025 kündigte und der Flugplatz zum 31.12.2025 geschlossen wurde, zog der Verein mit seinen Flugzeugen zum Flughafen Braunschweig-Wolfsburg (EDVE) um. Damit kam die Motorflug-Tradition Salzgitters an den Braunschweiger Platz – ein neues Kapitel, das die Vielfalt der Vereinslandschaft am EDVE weiter vergrößert.
  
 ===== Tradition und Zukunft ===== ===== Tradition und Zukunft =====
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